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Flotte Bekleidung für jedes Alter

In früheren Zeiten galten Menschen, die in Samt und Seide gekleidet waren, als Menschen mit Bildung, die im Wohlstand lebten und zum hochgeborenen Ritterstand gehörten. Dagegen wurden Menschen, die in ungebleichter Baumwolle herumliefen, automatisch dem Bauernstand zugerechnet. Man kann getrost davon ausgehen, dass die Bekleidung heute noch wesentlich geschwätziger ist. Heute erzählt nicht nur die Bekleidung an sich etwas über denjenigen, der Sie trägt, sondern auch die Art, wie sie getragen wird.

Ein einfaches weißes T-Shirt sagt für sich allein betrachtet alles und nichts. Rollt die Trägerin die Ärmel hoch gilt sie als trendsicher und aktiv. Ist das T-Shirt auch noch gebügelt, deutet es auf eine anspruchsvolle und reinliche Trägerin hin. Dann sagt es auch noch etwas aus, wie man die Bekleidung kombiniert. Die Aussage über Ihre Person fällt ganz anders aus, wenn Sie Ihre knöchelhohen Reeboks zu einem schulterfreien Abendkleid tragen oder zum Jogginganzug. Während man Sie bei der zweiten Variante als sportlich und gesundheitsorientiert einordnet wird man bei den Reeboks zum Abendkleid womöglich indigniert die Augenbrauen hochziehen und Sie als unangepasst einordnen.

Die Regeln verschwimmen

Es existieren in der heutigen Zeit auch keine starren Regeln über die richtige Kleidung zum jeweiligen Alter. Es sieht eher so aus, dass der Mensch, entsprechend seinem Alter und Lebensstadium mehr oder weniger intuitiv unterschiedliche Stilrichtungen bevorzugt.

So sind Teenager immer auf der Suche nach dem neuesten und heißesten Schrei, der gerade angesagt ist und mit dem man beeindrucken kann, dabei ist die Quantität erheblich wichtiger als die Qualität. Außerdem können Teenager geradezu „sterben“, wenn sie dieses oder jenes Kleidungsstück nicht bei der nächsten Party ausführen dürfen oder können.

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Uli Stoll Outdoor-Fotografie / pixelio.de

Kleidung sagt alles und nichts

Wenn man in die Gruppe der über 20-jährigen eintritt, beruhigt man sich so ganz allmählich, die heißen Kleidungsstücke sind immer noch interessant, aber man ist nicht mehr bereit, dafür zu sterben. Inzwischen hängt man doch etwas mehr am Leben, hat sich modisch beruhigt, die Bekleidung ist immer noch modisch schick, aber das ist es dann auch. Wenn die 30-Jahr-Grenze geknackt ist, wird der modische Geschmack insgesamt kreativer und kultivierter, bevor mit 40 Jahren der Komfort die Oberhand gewinnt und höchste Priorität erhält. Qualität wird immer wichtiger, die Stilsicherheit steigt und das Selbstvertrauen wächst mit. Man sollte nicht davon ausgehen, dass diese Abfolge bewusst gewählt wird. Das ist keineswegs der Fall, im Gegenteil, die einzelnen Wechsel werden nicht einmal wirklich registriert, dennoch sind sie da.

Das ist auch gut so, warum sollte man versuchen, mit 55 Jahren noch modisch mit Teenagern zu konkurrieren? Es ist eine Menge Kleidung am Markt, die man mit jedem Alter tragen kann. Jede Frau kann heute in jedem Alter Jeans, kurze Röcke, T-Shirts oder lässige Jacken tragen. Ab einem gewissen Alter sollte die Kleidung unser Selbstbewusstsein ausdrücken und nicht mehr Modelaunen unterworfen sein.